Erfolgreiches Konzert mitten im Hafenmuseum

Der Hamburger Hafen feierte seinen Geburtstag zum 828. Mal und der Schuppen 50 A des Hafenmuseums in der Australiastraße wurde dazu zum Konzertsaal. Gut 200 Zuhörer erlebten am Samstag ein besonderes und abwechslungsreiches Konzert mitten im Hafenmuseum. Das Hamburg-Orchester der Neuapostolischen Kirche spielte stimmungs- und temperamentvoll die Dvořák Sinfonie "Aus der Neuen Welt". Über 70 Instrumentalisten musizierten ehrenamtlich für diese Benefizveranstaltung zugunsten des Historischen Hafenmuseums.

Zunächst begrüßte die Leiterin des Museums, Ursula Richenberger, mit großer Freude die Spieler und das Publikum und führte in die Geschichte und in die Zusammenhänge der historisch-maritimen Sammlung ein. Hier sieht man Exponate und Materialien aus dem Hafen-Alltag bis zu Beginn des Container-Zeitalters. Es sei das erste Mal, dass ein sinfonisches Orchester klassische Musik in diesem Kai-Schuppen von 1908 spiele.

Der Dirigent des Hamburg-Orchesters, Jörg-Michael Paul, fand dann passende Worte und Erklärungen zum Menschen und Musiker Antonín Leopold Dvořák [1841 bis 1904]. Mit kurzen, spannenden Einlagen erklärte er die Entstehung der Musik und die Klänge der vier Sätze der Sinfonie Nr. 9 "Aus der Neuen Welt" des tschechischen Komponisten.

Im September 1892 bestieg Dvořák mit einem kleinen Teil seiner Familie in Bremen einen Dampfer Richtung New York. In neun Tagen ging es über den Atlantik. Der Hafen in New York eröffnete ihm das Tor zur "Neuen Welt“. Als Komponist hatte er sich bereits weltweit einen Namen gemacht. Mit der 9. Sinfonie, die er während seines dreijährigen Amerika-Aufenthaltes schrieb, schuf Dvořák sein wohl populärstes sinfonisches Werk. Sie ist jedoch keine 'amerikanische' Musik. In seiner Musik verarbeitete der 1841 in Prag geborene Künstler die Eindrücke des großen Amerikas, die Schnelllebigkeit und seine Sehnsucht nach seiner Familie. Böhmische und tschechische Elemente wie Tänze, Märsche und Polka sind in ihr ebenfalls zu finden.

Tempo- und abwechslungsreich spielte dann das Orchester die angesagte Musik. Ausdrucksstarke und kraftvolle Klänge brachten die Spieler hervor. Jeder Satz ein musikalischer Akzent für sich. Die historisch-maritime Kulisse verstärkte noch optisch den Gesamteindruck. Alles in allem ein kraftvolles und dynamisches Konzert. Dieses besondere Hörerlebnis begeisterte das Publikum. Es bedankte sich für diesen wundervollen musikalischen Abend mit lang anhaltenden Applaus.

Von der Museumsleiterin Richenberger gab es für diesen tollen Konzertabend ein Stück von einem Duckdalben (historischer Holzpfahl zum Festmachen der Schiffe) aus dem Hansahafenbecken.